Child Development Artikel von Laura Bechtiger und dem Risk & Resilience Team

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Laura Bechtiger, Dr. Annekatrin Steinhoff, Prof. Lilly Shanahan und Kolleginnen haben einen neuen Artikel in der Zeitschrift Child Development veröffentlicht.

Laura Bechtiger, Dr. Annekatrin Steinhoff, Prof. Lilly Shanahan und Kolleginnen haben einen neuen  Artikel zum Thema "Entwicklungspfade von depressiven Symptomen von Müttern zu den schulischen Leistungen der Kinder in der Adoleszenz: Eine prospektive 13-Jahres-Längsschnittstudie " in der Zeitschrift Child Development veröffentlicht.

Viele Mütter leiden aus vielfältigen sozialen und biologischen Gründen irgendwann einmal an depressiven Symptomen. Zum Beispiel sind Mütter oft mit vielen gleichzeitig zu erfüllenden Aufgaben und Rollen überlastet. Die Lockdowns und Schulschliessungen aufgrund der COVID-19-Pandemie haben dieses Problem noch weiter verschärft. 

Die langfristigen Zusammenhänge zwischen depressiven Symptomen von Müttern und den schulischen Leistungen ihrer Kinder - und die daran beteiligten Mechanismen - waren bisher noch nicht ausreichend erforscht. In ihrer Studie konnten Laura Bechtiger und Kolleginnen auf Daten des RIGHT Track-Projektes zurückgreifen, im Rahmen dessen über ein Jahrzehnt hinweg Daten zu mütterlichen depressiven Symptomen gesammelt wurden.

Die Analyse der Daten aus dieser prospektiven Längsschnittstudie zeigten eine Verkettung von mütterlichen depressiven Symptomen in der frühen Kindheit mit schlechteren schulischen Leistungen im Jugendalter. Ein erstes Glied in der Kette war die Akkumulation von risikoreichem Erziehungsverhalten, gefolgt von  weniger adaptiven Verhaltensweisen im Schulkontext, geringerer Verhaltensregulation und mehr depressiven Symptomen beim Kind. Der Zusammenhang von kumulativem risikoreichem Erziehungsverhalten und fehlenden adaptiven Verhaltensweisen des Kindes im Schulkontext war besonders stark.

Es überrascht nicht, dass die Effektstärken in einer prospektiven Längsschnittstudie über 13 Jahre hinweg eher klein sind. Die depressiven Symptome der Mütter "tragen also nicht zwangsläufig zu einer schlechteren schulischen Entwicklung der Kinder bei". Dennoch legt die Studie nahe, dass die Förderung und Unterstützung des mütterlichen Wohlbefindens langfristig positive Auswirkungen auf die kindliche Entwicklung, einschließlich der schulischen Leistungen, haben kann. Darüber hinaus ist die Förderung von adaptiven Verhaltensweisen von Kindern im Schulkontext ein wichtiger Baustein für späteren schulischen Erfolg.

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