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Social Genomics

Wie beeinflussen unsere sozialen Umstände die Funktionsweise unseres Genoms? Diese Frage mag überraschen. Das Genom wird von vielen als eine unveränderliche Anweisung verstanden, die unser Verhalten und unsere Gesundheit bestimmt. Tatsächlich reagiert das Genom jedoch sensibel auf unsere Umwelt, wie zum Beispiel unseren Status in der Gesellschaft, Gesundheitsverhalten, Beziehungen und Erfahrungen in der Familie, in der Schule und bei der Arbeit.

Der Forschungsbereich "Social Genomics" am Jacobs Center versucht deshalb zu verstehen, wie soziale Einflüsse das Genom regulieren. Unser Forschungsbereich benutzt einzigartige Daten, die sowohl die soziale Welt von Menschen als auch ihre genetischen Informationen beschreiben. Ein Hauptfokus unserer Forschung liegt darauf, wie Erfahrungen "unter die Haut gehen" und die Wahrscheinlichkeit von Gesundheit und Wohlbefinden durch genomische Mechanismen verändern.

Eines unserer Projekte befasst sich mit Erfahrungen vom frühen Jugend- bis ins mittlere Erwachsenenalter. Wir sind besonders an den Erfahrungen interessiert, die Menschen während ihrer Kindheit gemacht haben. Ein zweites Projekt untersucht, wie Bullying (oder Mobbing) in der Kindheit mit der genetischen Aktivität im frühen Erwachsenenalter zusammenhängt. Wir konzentrieren uns dabei auf körperliche Viktimisierung und soziale Ausgrenzung und darauf, wie sich diese Herausforderungen auf der Ebene der Gene langfristig auswirken können.

In unseren Projekten kollaborieren Experten aus Soziologie, Demografie, Biologie, Psychologie und Statistik, was dies zu einem spannenden wissenschaftlichen Unterfangen macht. Indem wir die Zusammenhänge zwischen Gesellschaft und Genetik besser verstehen, können wir auch politische Entscheidungsträger auf die oft subtilen, aber weitreichenden Auswirkungen gesellschaftlicher Vorgänge  auf die Gesundheit und das Wohlbefinden aufmerksam machen.

Der Leiter dieses Forschungsbereichs ist Prof. Dr. Michael Shanahan.