Erste Ergebnisse
Familie und Soziales
Die ersten Ergebnisse des Fokusmoduls «Familie und Soziales» im Rahmen der Zürcher Lernverlaufserhebung (LEAPS) zeigen, dass über 90% der Haushalte der untersuchten Bevölkerung aus einem Paar mit mindestens einem Kind bestehen, wobei 78% mehr als ein Kind haben. 5,4% sind Einelternhaushalte, in der Regel alleinerziehende Mütter.
In 93% der Fälle lebt das Kind im selben Haushalt wie seine leiblichen Eltern, und nur 1,2% der Haushalte umfassen einen nicht leiblichen Elternteil.
Aufgabenverteilung im Haushalt
Frauen sind deutlich häufiger für Tätigkeiten im Zusammenhang mit der Kinderbetreuung und der Hausarbeit zuständig, und zwar in mehr als 4 von 5 Paarhaushalten. Männer hingegen sind in den meisten Fällen (86% bis 90%) hauptverantwortlich für den finanziellen Unterhalt der Familie. Die Erziehung der Kinder ist ein Bereich, in dem sich beide Elternteile gleichermassen engagieren.
Die Anzahl der Kinder ändert die Aufgabenverteilung am deutlichsten in Bezug auf die Verantwortung für das Familieneinkommen und die Familienentscheidungen (z. B. Wochenendpläne, Geldausgabe, usw.). In Familien mit mehr als einem Kind ist der Anteil der Haushalte, in denen Frauen für das Verdienen des Familiengeldes verantwortlich sind, etwa 25% höher als in Paarhaushalten mit nur einem Kind (12% gegenüber 9,7%). Im Gegensatz dazu beteiligen sich Männer in Familien mit mehr als einem Kind häufiger an Familienentscheidungen.
Mehrsprachigkeit bei Kindern
Kinder, bei denen keiner der Elternteile einen tertiären Bildungsabschluss hat, sprechen oder verstehen häufiger eine andere Sprache neben Deutsch, insbesondere in Familien, in denen ein oder beide Elternteile einen Migrationshintergrund haben. In solchen Familien ist der Anteil mehrsprachiger Kinder um 17 bis 19 Prozentpunkte höher, wenn keiner der Elternteile einen tertiären Bildungsabschluss hat, als wenn mindestens ein Elternteil einen Hochschulabschluss hat. In Familien, in denen beide Elternteile in der Schweiz geboren sind, gibt es keine Unterschiede im Anteil der mehrsprachigen Kinder nach Bildungsstand der Eltern.
Darüber hinaus besteht bei gleichem Bildungsstand ein deutlicher Zusammenhang zwischen dem Migrationsstatus der Eltern und der Mehrsprachigkeit der Kinder. Kinder von Eltern mit Migrationshintergrund sprechen oder verstehen drei bis fünf Mal häufiger mindestens eine weitere Sprache neben Deutsch.
Zürcher Lernverlaufserhebung LEAPS
Die Zürcher Lernverlaufserhebung LEAPS untersucht die Lern- und Bildungsverläufe von Schülerinnen und Schülern. Sie begleitet rund 1500 Kinder vom Eintritt in den Kindergarten bis ans Ende der obligatorischen Schulzeit. Die Erhebung hat im Schuljahr 2023/24 begonnen und dauert mindestens bis zum Jahr 2035. Im Rahmen des Fokusmoduls «Familie und Soziales» werden die Eltern der Kinder, die an LEAPS teilnehmen, zu ihrer Familie, ihren Einstellungen und ihrem Kind befragt.