Substanzkonsummuster und ihre Zusammenhänge mit kognitiven Funktionen und psychischer Gesundheit bei jungen Erwachsenen
Eine neue Studie mit z-proso-Daten unter der Leitung von Dr. Lukas Eggenberger untersuchte Substanzkonsummuster im jungen Erwachsenenalter und deren Zusammenhänge mit kognitiven Funktionen und psychischer Gesundheit. Die Studie ist eine Zusammenarbeit des Forschungsbereichs «Risiko und Resilienz» des Jacobs Center (Leitung: Prof. Lilly Shanahan), der Forschungsgruppe «Experimentelle Pharmakopsychologie und Psychologische Suchtforschung» der UZH Psychiatrie (Leitung: Prof. Boris Quednow) und des UZH Zentrums für Forensische Haaranalytik.
Mithilfe objektiver Haaranalysen auf über 100 psychoaktive Substanzen analysierte die Studie reale Substanzkonsummuster und setzte sie mit standardisierten neurokognitiven Tests und der psychischen Gesundheit junger Erwachsener in Zusammenhang.
Es wurden fünf unterschiedliche Substanzkonsumverläufe identifiziert: geringer oder abnehmender Konsum sowie zunehmender Konsum von Cannabis, Partydrogen, medizinischen Sedativa oder medizinischen Stimulanzien. Jedes Profil war mit bestimmten Outcomes korreliert:
- Cannabis- und Partydrogkonsum waren mit geringerer Aufmerksamkeitsleistung verbunden. Cannabis war zusätzlich mit erhöhten Angst-, Depressions- und ADHS-Symptomen assoziiert.
- Erhöhter Konsum von medizinischen Sedativa zeigte die stärksten Zusammenhänge mit verminderter Aufmerksamkeit, beeinträchtigtem Arbeitsgedächtnis und gesamthaft geringerer kognitiver Leistungsfähigkeit.
- Erhöhter Konsum von medizinischen Stimulanzien war stark mit erhöhten ADHS-Symptomen assoziiert.
Diese Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung substanzspezifischer Präventionsstrategien im jungen Erwachsenenalter, einer kritischen Entwicklungsphase, in der sich Substanzkonsummuster zu langfristigen Verläufen mit messbaren neuropsychiatrischen Folgen verfestigen.
Publikation: Eggenberger, L., Janousch, C., Johnson-Ferguson, L., et al. Changing patterns of recent substance use in emerging adulthood and their associations with cognitive functions and mental health. Biological Psychiatry Global Open Science, 2026 (open access). DOI: 10.1016/j.bpsgos.2026.100795